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Totalitarismus-Modelle von Friedrich/Brzeziński & Popper

Totalitarismus bezeichnet eine politische Herrschaft mit einem uneingeschränkten Verfügungsanspruch über die Beherrschten, auch über die öffentlich-gesellschaftliche Sphäre hinaus in den persönlichen Bereich. Ihr Ziel ist die umfassende Durchsetzung ihres Wertesystems. Im Unterschied zu einer autoritären Diktatur strebt der Totalitarismus an, in alle sozialen Verhältnisse hineinzuwirken, oft verbunden mit dem Anspruch, einen „neuen Menschen“ gemäß einer bestimmten Ideologie zu formen. Insbesondere werden der italienische Faschismus, der Nationalsozialismus und der stalinistische Kommunismus als Prototypen totalitärer Regime eingeordnet.

Die meisten Autoren beschreiben den Totalitarismus auf etwas andere Weise, waren sich alle einig, dass der Totalitarismus darauf abzielt, ganze Bevölkerungen zur Unterstützung einer offiziellen Parteiideologie zu mobilisieren, und dass er intolerant gegenüber Aktivitäten ist, die nicht auf die Ziele der Partei ausgerichtet sind, was Repressionen oder staatliche Kontrolle nach sich zieht. Gleichzeitig kritisierten viele Wissenschaftler mit unterschiedlichem akademischen Hintergrund und ideologischen Positionen die Totalitarismustheorie.
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Die Politikwissenschaftler Carl Joachim Friedrich und Zbigniew Brzeziński sahen in totalitären Regimen etwas grundsätzlich Neues. Die verschiedenen totalitären Systeme seien jedoch grundsätzlich gleichartig und untereinander vergleichbar. Das Wesen der totalitären Regime sei ihre Organisation und ihre Methoden zur Erreichung der totalen Kontrolle, nicht ihr Streben nach totaler Kontrolle. Dennoch habe man sich totalitäre Systeme nicht als statische Gebilde vorzustellen, da sie einer Evolution unterlägen. In ihrem 1956 erschienenen Werk Totalitarian Dictatorship and Autocracy definierten Friedrich und Brzeziński sechs konstitutive Merkmale totalitärer Systeme:

  • eine offizielle Ideologie,[29] alle wichtigen Lebensbereiche umfassend, allgemeinverbindlich, auf Schaffung einer neuen Gesellschaft ausgerichtet, mit Wahrheitsanspruch und stark utopischen, z. T. religionsähnlichen Elementen.
  • eine einzige, die gesamte formelle Macht innehabende, hierarchisch und oligarchisch organisierte Massenpartei (neuen Typs), die in der Regel von einem Mann (dem Diktator) angeführt wird und die der staatlichen Bürokratie entweder übergeordnet oder mit ihr völlig verflochten ist. Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung (bis 10 %) gehört der Partei aktiv an und eine aktive Minderheit innerhalb der Partei ist fanatisch der zugrunde liegenden Ideologie ergeben.
  • ein physisches und/oder psychisches Terrorsystem: Kontrolle und Überwachung der Bevölkerung, aber auch der Partei selbst, durch eine (Geheim-)Polizei.[29] Diese bekämpft nicht nur tatsächliche, sondern auch potentielle Feinde.
  • das nahezu vollständige Monopol der Massenkommunikationsmittel beim Staat.
  • das nahezu vollständige Monopol der Anwendung der Kampfwaffen beim Staat.
  • eine zentrale, bürokratisch koordinierte Überwachung und Lenkung der Wirtschaft.

Friedrich und Brzeziński weisen weiterhin auf die zentrale Rolle des technischen Fortschritts hin, der die Merkmale 3–6 erst ermögliche.

Brzezinski, Z.. (1956). Totalitarianism and Rationality. American Political Science Review

, 50(3), 751–763.
Plain numerical DOI: 10.2307/1951557
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Mehr: de.wikipedia.org/wiki/Totalitarismus


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Totalitarismus-Modell von Karl Popper

Der österreichisch-britische Philosoph Karl Popper (1902–1994) versuchte zu zeigen, dass sich die menschliche Zivilisation noch immer nicht von ihrem Geburtstrauma erholt hat – vom Trauma (seelische Verletzung) des Übergangs aus der Stammes- oder „geschlossenen“ Gesellschaftsordnung, die magischen Kräften unterworfen ist, zur ‘offenen’ Gesellschaftsordnung[31], die die kritischen Fähigkeiten des Menschen in Freiheit setze. Der Schock dieses Übergangs sei einer der Faktoren, die den Aufstieg jener reaktionären Bewegungen ermöglichten, die auf den Sturz der Zivilisation und auf die Rückkehr zur Stammesgebundenheit hingearbeitet haben und noch hinarbeiten. Damit sei angedeutet, dass die Ideen, die wir heute totalitär nennen, einer Tradition angehören, die ebenso alt oder ebenso jung sei wie unsere Zivilisation selbst.
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Lucena Góngora, B.. (2011). Hanna Arendt: las ideologías y la supresión de la política. ENDOXA

Plain numerical DOI: 10.5944/endoxa.27.2011.5276
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Ramalho, J.. (2009). Hanna Arendt versus Marx: Uma defesa de Marx frente à Crítica Arendtiana. Prometeus
López, D. M.. (2018). Hanna Arendt y la Crítica de la Facultad de Juzgar. Tópicos. Revista de Filosofía de Santa Fe

Plain numerical DOI: 10.14409/topicos.v0i8-9.7408
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Díaz Sánchez, E.. (2016). El papel de la tecnología desde la perspectiva de Hanna Arendt. CITAS

Plain numerical DOI: 10.15332/24224529.5181
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Flores, J. F., & Rocha Filho, J. B. Da. (2017). Hanna Arendt e a distinção entre conhecer e pensar: reflexões para o ensino de ciências. Acta Scientiarum. Education

Plain numerical DOI: 10.4025/actascieduc.v39i2.30440
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Dos Santos, S. S. M., & Da Silveira, S. S.. (2022). Concreção do direito humano à educação enquanto projeto emancipatório segundo Hanna Arendt / Concretion of the human right to education as an emancipatory project according to Hanna Arendt. Brazilian Journal of Development

Plain numerical DOI: 10.34117/bjdv8n5-344
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Yazbek, A. C.. (2022). Verdade e política em Michel Foucault e Hanna Arendt; Truth and policy in Michel Foucault and Hanna Arendt. Sofia

Plain numerical DOI: 10.47456/sofia.v11i1.36459
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