Edward Bernays: Der Vater der Propaganda

Erstes Kapitel aus dem Buch „Propaganda“ von Bernays (1928). Bernays war der Neffe von Siegmund Freud und nutzte dessen Einsichten in die Funktionsweise des Unterbewusstseins um auf perfide Art und Weise die „Massen“ zu steuern und zu manipulieren. Joseph Goebbels studierte Bernays Werk. Der Terminus „Propaganda“ wurde nach dem 2. Weltkrieg euphemistisch in „PR“ (Public Relations) umgenannt um die negatieven Assoziationen zu umgehen.

„Die bewusste und zielgerichtete Manipulation der Verhaltenweisen und Einstellungen der Massen ist ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Gesellschaften. Organisationen, die im Verborgenen arbeiten, lenken die gesellschaftlichen Abläufe. Sie sind die eigentlichen Regierungen in unserem Land. Wir werden von Personen regiert, deren Namen wir noch nie gehört haben. Sie beeinflussen unsere Meinungen, unseren Geschmack, unsere Gedanken. Doch das ist nicht überraschend, dieser Zustand ist nur einelogische Folge der Struktur unserer Demokratie: Wenn viele Menschen möglichst reibungslos in einer Gesellschaft zusammenleben sollen, sind Steuerungsprozesse dieser Art unumgänglich. Die unsichtbaren Herrscher kennen sich auch untereinander meist nicht mit Namen. Die Mitglieder des Schattenkabinetts regieren uns dank ihrer angeborenen Führungsqualitäten, ihrer Fähigkeit, der Gesellschaft dringendbenötigte Impulse zu geben, und aufgrund der Schlüsselpositionen, die sie in der Gesellschaft einnehmen. Ob es uns gefällt oder nicht, Tatsache ist, dass wir in fast allen Aspekten des täglichen Lebens, ob in Wirtschaft oderPolitik, unserem Sozialverhalten oder unseren ethischen Einstellungen, von einer (angesichts von 120 Millionen US-Bürgern) relativ kleinen Gruppe Menschen abhängig sind, die die mentalen Abläufe und gesellschaftlichen Dynamiken von Massen verstehen. Sie steuern die öffentliche Meinung,stärken alte gesellschaftliche Kräfte und bedenken neue Wege, um die Weltzusammenzuhalten und zu führen.Die Notwendigkeit dieser unsichtbaren Instanzen für ein gut funktionierendes Zusammenleben aller wird in der Regel verkannt.“

Buch als PDF: www.irwish.de/PDF/Bernays-Propaganda.pdf

Freud-Massenpsychologie_und_Ich-Analyse

Weitere Referenzen

Bernays, E. L. (1947). The Engineering of Consent. The ANNALS of the American Academy of Political and Social Science. doi.org/10.1177/000271624725000116

Bernays, E. L. (1928). Manipulating Public Opinion: The Why and The How. American Journal of Sociology. doi.org/10.1086/214599

Bernays, E. L. (1935). Molding Public Opinion. The ANNALS of the American Academy of Political and Social Science. doi.org/10.1177/000271623517900111

Crystallizing Public Opinion. Edward L. Bernays . (1925). American Journal of Sociology. doi.org/10.1086/213815